Es gibt sicher keine Urlaubsregion, in der man sie nicht marschieren sieht, die einen ganz gemächlich, die anderen ziemlich forschen Schrittes: Die Wanderer.
Wandern ist eine der beliebtesten Freizeit- und Urlaubsbeschäftigungen der Menschen – und das bereits seit über 100 Jahren.
Dabei ist Wandern sozusagen ein „Evergreen“, denn Wandern ist auch heute noch genau so angesagt wie beispielsweise in den 1950er Jahren.
In den Jahren nach dem Krieg, als sich Deutschland im Wiederaufbau befand und das so genannte Wirtschaftswunder noch nicht begonnen hatte, war Wandern gar die einzige Form des Urlaubs, die man sich leisten konnte.
Da wurde in den Ferien oder auch am Wochenende der Rucksack geschnürt, die Wanderstiefel hervorgekramt und ab ging es mit Kind und Kegel hinaus in die Natur. Manche fuhren damals auch mit dem Zug hinaus in die ländlichen Gebiete, um auf Schusters Rappen die Naturschönheiten der Heimat zu entdecken.
Später wurden zwar mit zunehmendem Wohlstand die Ferien häufig im Ausland verbracht – man denke nur an die Blechlawinen, die sich über die Alpen gen Italien schoben – und Urlaub am Meer war angesagt, doch ganz in Vergessenheit geraten ist das Wandern nie.
Schon bald wurden gerade bei Naturliebhabern nicht nur die Badesachen, sondern zunehmend auch die Wanderschuhe mit eingepackt und man machte sich daran, auch die bislang unbekannten Gegenden genauer zu erforschen, sprich zu erwandern.
Gerade die beliebten Reiseorte haben dies schnell erkannt und so gibt es kaum ein Urlaubsland, keine Region, die sich nicht auch auf jene Touristen einstellt, welche zu Fuß fröhlich durch die Gegend spazieren.
Die einen lieben es, alleine mit sich und ihren Gedanken, nur begleitet vom Gesang der Vögel und Rauschen des Windes, durch Wiesen, Wälder und Berge zu streifen.
Andere wiederum bevorzugen Touren in einer Gruppe Gleichgesinnter und wandern entweder mit Freunden oder im Verein.
Ein gewisser Höhepunkt im Jahr sind für diese Sportler die fast überall stattfindenden Wanderwochen. Es gibt kaum eine Urlaubsregion, in der diese nicht mindestens einmal jährlich angeboten werden.
Und die Zahl der ständig steigenden und Jahr für Jahr wiederkommenden Teilnehmer spricht eine deutliche Sprache.
Sehr beliebt ist etwa die „Erlebniswanderwoche am Nationalpark Wattenmeer“, die auf Sylt im Frühjahr und Herbst angeboten wird.
Sozusagen ein Klassiker ist die Fernwanderroute von Oberstdorf nach Meran, die von Deutschland über Österreich bis nach Italien führt. Diese Bergwanderung findet meist im September statt und geht über sieben Tage.
Großen Zuspruchs erfreut sich die Wanderwoche im Oberallgäu, die ihre Teilnehmer über unglaublich romantische Almen und durch beeindruckende Gebirgszüge führt. Eine grandiose Aussicht inklusive.
Ob nun Wanderwochen in Franken, Bayern oder im Sauerland – das Angebot alleine in Deutschland ist immens.
Aber auch die Schweiz und Österreich stehen dem in nichts nach und bieten ungemein reizvolle Aktionen.
Doch was ist es nun, das diese Wanderwochen so anziehend macht?
Ist es die Gewissheit, unter fachkundiger Führung möglichst viel Interessantes, sozusagen „Insiderwissen“, zu erfahren?
Ist es das Gruppenerlebnis, bei welchem man diese vielen schönen Momente und Ausblicke, diese Erfolgserlebnisse nach Bewältigung einer Strecke mit Gleichgesinnten teilt?
Sitzt man dann bei einer Rast oder nach dem Erreichen des Zieles noch gemütlich beisammen, kommt es zu einem äußerst interessanten Erfahrungsaustausch mit dem Resultat so manchen Tipps für die nächste Tour.
Diese Wanderwochen bieten meist auch verschiedene Routen mit unterschiedlichen Schweregraden an, sind also auch perfekt geeignet für „Anfänger“, die noch nicht sehr viel Erfahrung in dieser beliebten Sportart besitzen und sich hier beruhigt fachkundig führen lassen können.
Es hat sicherlich jeder seine eigenen Beweggründe, an diesen Wanderwochen teilzunehmen.
Für all jene, welche die Natur lieben und sich gerne im Freien bewegen, sind diese Aktionen der ideale Weg, um ihr Urlaubsziel – oder auch die eigene Heimat – kennen zu lernen.
Bildquelle: Marcel / pixelio.de
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