Von einer schicken Reise in ferne Länder träumt wohl jeder. Doch in Zeiten der Wirtschaftskrise und der Arbeitslosigkeit können es sich viele Menschen schlichtweg nicht mehr leisten, wie bisher regelmäßig in Urlaub zu fahren.
Wer nun aber denkt, es bleibt eben nichts anderes übrig, als die schönsten Wochen des Jahres auf „Balkonien“ zu verbringen, der irrt sich.
Auch wenn man es fast nicht glauben mag, aber es ist tatsächlich möglich, Url
aub zu machen, obwohl im Portmonee bereits eine dicke Staubschicht von lange zurückliegenden besseren Zeiten erzählt.
Die „klassische“ Sparvariante ist der Urlaub im Zelt. Ein kleines Zwei-Mann-Zelt und einige Konservendosen in den Kofferraum gepackt und ab auf den Campingplatz bringt doch deutliche Ersparnisse gegenüber eines zweiwöchigen Aufenthaltes in einem mondänen Hotel.
Und anstatt Wasserskifahren in der Adria gibt es eben Kanufahrten auf dem Badesee.
So mancher „Zwangs-Camper“ entdeckt dabei sogar wieder die alte Leidenschaft aus der Jugendzeit für den Urlaub unter freiem Himmel.
Eine weitere Variante, um kostengünstig Ferien zu machen, ist die Aktion „Home for Home“. Hier kann man sich im Internet registrieren lassen und mit einer anderen Familie für die Dauer eines Urlaubs die Wohnung tauschen. Möchte man zum Beispiel für zwei Wochen an die Nordseeküste oder nach Spanien, kann man im Gegenzug seine eigene Wohnung ebenfalls als Urlaubsdomizil anbieten.
Auf diese Weise fallen nur noch die Reisekosten selbst an, zumal wenn man dann am Urlaubsort Selbstversorger bleibt. Diese auf den ersten Blick etwas ausgefallen anmutende Tauschaktion gewinnt immer mehr Anhänger und vor allem Familien mit Kindern müssen auf diese Weise nicht auf ihre geliebten Ferien verzichten.
Und dann gibt es da noch die Möglichkeit für Individualisten, für Abenteurer.
Sie reisen mit dem Rucksack per Interrail-Ticket oder Anhalter durch die Lande, bleiben da, wo es ihnen gefällt und schlagen ihr Lager unter freiem Himmel auf. Um das nötige Kleingeld zu verdienen, suchen sie sich Aushilfsjobs, z. B. als Kellner oder Zimmermädchen. Dabei bleibt meistens dennoch genug Zeit, um auch das Strandleben zu genießen.
Besonders Findige kommen sogar auf die Idee, auf einem Schiff als Hilfskraft anzuheuern.
Sicher, von einer gemütlichen Seereise kann dabei bestimmt nicht die Rede sein, aber trotzdem hat man die Möglichkeit, bei den Landgängen etwas von den fremden Städten mitzubekommen.
Diese „billige Reisemöglichkeit“ ist nur etwas für Hartgesottene, die sich keine falschen Illusionen von einer gemütlichen Kreuzfahrt durch die Weltmeere machen.
Wenn Ebbe in der Kasse ist, muss man ohne Wenn und Aber auf vieles verzichten, das vorher selbstverständlich war. Aber mit etwas Erfindungsreichtum und Anpassungsfähigkeit ist es doch noch möglich, die schönsten Wochen des Jahres zu genießen.
Bildquelle: © Clemens Scheumann / pixelio.de

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