Wenn es oft heißt „Die Welt rückt zusammen“, so macht sich das auch in den Urlaubsreisen bemerkbar.
War es vor etwa 50 Jahren kaum vorstellbar, osteuropäische oder asiatische Länder zu besuchen, ein Trip nach Italien oder Spanien schon beinahe einer Weltreise gleichzusetzen, so zieht es heute die Fernwehgeplagten in aller Herren Länder.
Urlaub in Europa ist ein Leichtes und Fernreisen in exotische Länder kein Problem mehr.
Doch dabei sollte man nicht außer acht lassen, dass in anderen Ländern eben auch andere Sitten üblich sind.
Sicher, von einem Touristen wird niemals verlangt, dass er sich wie ein Einheimischer verhält, dennoch zeugen die Einhaltung gewisser landestypischer Sitten von dem Respekt gegenüber deren Bewohnern – so seltsam sie vielleicht zunächst auch anmuten.
Wer beispielsweise in Singapur einen Kaugummi ausspuckt, riskiert damit ein Bußgeld, im Extremfall sogar Gefängnis. Also sollte man es sich lieber vorher genau überlegen, ob man dieser unschönen Angewohnheit dort nachgibt.
Überhaupt ticken in Asien die Uhren anders. Während in China und Japan großen Wert auf Pünktlichkeit gelegt wird, verhält es sich in den übrigen Ländern gerade umgekehrt. Pünktlich zu einer Verabredung zu erscheinen, ist unhöflich, zumal man dabei riskiert, den Gastgeber noch unter der Dusche zu erwischen.
Dies ist übrigens auch in Ost- und Südeuropa so üblich.
Wer in Asien in einem Restaurant geräuschvoll nach dem Kellner ruft, zieht sofort sämtliche Blicke auf sich. Hier wird dezent mit der ausgestreckten Hand gewunken. Da die linke Hand als unrein gilt, wird übrigens auch ausschließlich mit der rechten Hand gegessen.
Eine weitere, für uns fast komisch wirkende Sitte, ist das Schnäuzen in der Öffentlichkeit. Der Asiate sucht hierfür eine Toilette auf. Schlimm nur, wenn man von einem heftigen Schnupfen geplagt ist. Da läuft man schon fast Gefahr, kaum etwas von den Sehenswürdigkeiten mitzubekommen, aber dafür sämtliche öffentliche Toiletten in- und auswendig zu kennen.
Besucht man in diesen Ländern die vielen beeindruckenden Tempel, so sollte man vor allem auch aus Respekt und Achtung gegenüber der dortigen Religion, diesen niemals mit Schuhen betreten. Frauen sollten nach Möglichkeit ihre Knie und Schultern bedeckt halten.
In ost- und nordeuropäischen Ländern ist es üblich, bei einer Einladung bereits vor der Tür die Schuhe auszuziehen. Es empfiehlt sich daher, vorsorglich immer Socken ohne Löcher zu tragen. Ansonsten könnte man sich ziemlich blamieren.
In Polen werden die Frauen auch heute noch mit einem angedeuteten Handkuss begrüßt, was auch den weiblichen Touristen häufig passieren kann. Dies gilt als ausgesprochener Achtungserweis und hier die Hand einfach wegzuziehen, käme einem großen Fauxpas gleich.
Zur Begrüßung wird in Polen sehr häufig Wodka angeboten. Auch wenn man diesen nicht mag, sollte man ihn nicht ablehnen. Dies wäre absolut unhöflich.
Wird man allerdings an einem Tag mehrmals eingeladen, kann dies schnell am nächsten Morgen einen ziemlich schweren Kopf zur Folge haben.
Eine bei uns häufig gebräuchliche Geste kann in anderen Ländern eine völlig andere Bedeutung haben. Zeigt man beispielsweise hierzulande durch den nach oben ausgestreckten Daumen, dass etwas gut war, bedeutet dies in der Türkei eine grobe Beleidigung.
In islamischen Ländern ist es Sitte, dass nach dem Essen auch Wasser gereicht wird. Wer dies zum Händewaschen benutzt, wird entweder Gelächter und Spott ernten – oder die Gastgeber kränken. Dieses Wasser ist zum Trinken gedacht.
Südamerika ist – wie auch die meisten asiatischen Länder – ein Fall für sich, was die Pünktlichkeit betrifft. Verspätungen sind hier absolut üblich, pünktlich zu sein ist unschicklich. Dies betrifft auch den öffentlichen Busverkehr.
Wer also auf Sightseeing mit einem öffentlichen Bus gehen möchte, sollte dafür besonders viel Zeit einplanen, denn man weiß ja nie so genau, wann denn nun der Bus kommt.
Allerdings ist es auch nicht besonders ratsam, in Südamerika mit einem Mietauto unterwegs zu sein, denn dies gerät schnell zu einem waghalsigen Abenteuer.
Die Südamerikaner haben ihre eigenen – in diesem Fall so gut wie gar keine – Verkehrsregeln. An der Kreuzung fährt der zuerst, der am meisten Mut besitzt oder das älteste Auto hat. Überholen tut man, wo gerade mal genug Platz ist, um an dem anderen vorbei zu kommen. Und Fußgänger müssen ohnehin sehen, wo sie bleiben. Ein Spaziergang über die Straßen gerät dabei gar schnell zum Abenteuerurlaub.
Tritt man eine Reise in fremde Länder an, ist es sinnvoll und – wie man sieht – oftmals auch ganz amüsant, sich über die dortigen Sitten und Gebräuche zu informieren. Und wer zu den Vielreisern gehört, wundert sich nach einiger Zeit über gar nichts mehr.
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