Neben den vielen neuen Trendsportarten, die Jahr für Jahr entdeckt werden und absolut „in“ sind, gehört das Klettern – oder auch Climbing genannt – zu jener Sportart, die bereits seit vielen Jahrzehnten ihre Anhänger hat.
Wohl jeder ist als Kind irgendwann auf dem Spielplatz auf den entsprechenden Geräten herumgeklettert und wer gar das Glück hatte, auf dem Land aufzuwachsen, ist mit Sicherheit dort mit Begeisterung in den Bäumen, im Heustadel und auf Schuppendächern herumgeklettert.
Doch eigenartigerweise gerät dies in den Hintergrund, sobald man größer wird, die Schule verlässt und in das Berufsleben einsteigt. Ja, beinahe vergessen sind zunächst die Kletterpartien auf den Apfelbäumen und man hat sogar das Gefühl, „aus dem Alter sei man ja nun heraus“.
Doch auch als Erwachsener kann man dieses Gefühl der Kindheit wieder erleben, denn der Klettersport hat sich längst als „seriöse“ Sportart etabliert, die man auch in der Großstadt ausüben kann.
Dabei ist Klettern nicht gleich Klettern. Man möchte es kaum glauben, wie viele verschiedene Arten, diesen Sport auszuüben, es inzwischen gibt.
Da ist zum einen das so genannte „Sportklettern“, das in Kletterhallen ausgeübt wird.
Gut gesichert geht es etwa 20 – 30 m hoch hinauf. Da diese Wände jedoch im Gegensatz zum Gebirge glatt sind, ist der Schwierigkeitsgrad höher als etwa im alpinen Gelände.
Viele begeistern sich am einfachen „Genussklettern“, das keine besonderen Herausforderungen birgt, sondern eher etwas für den „gemütlichen“ Ausflug im festen Fels ist. Ideal für jene, denen es schlichtweg nur um den Spaß geht.
Jedem ein Begriff dürfte das „alpine Klettern“ sein, das Bergsteigen.
Dies ist allerdings nur für erfahrene Kletterer geeignet, da durch die natürlichen Felsbedingungen und Wettereinflüsse durchaus Gefahrensituationen eintreten können.
Ein „Sahnehäubchen“ für jeden Liebhaber dieses Sports ist das „Bigwall Klettern“, bei welchem sehr hohe Felswände oftmals über mehrere Tage bezwungen werden. Eine besonders gute Kondition und entsprechende Erfahrung ist dabei sehr wichtig.
Schließlich gibt es noch das so genannte „Deep Water Soloing“, das an überhängenden Felsformationen über Seen, Flüssen oder auch der Küste ausgeübt wird. Dabei wird ohne Sicherungsmaterial geklettert und der Sturz in das darunter liegende Wasser in Kauf genommen.
Viele Anhänger dieses Sportes wollen sich längst nicht mehr mit den Gegebenheiten in den Kletterhallen zufrieden geben. Sie suchen ständig nach neuen Herausforderungen und richten dabei auch die Wahl ihres Urlaubszieles häufig nach den dort angebotenen Klettermöglichkeiten aus.
Die Alpen sind dabei natürlich ein wahres El Dorado für alle Climber, doch auch andere Länder haben sich längst auf die Liebhaber dieser Sportart eingestellt und so gibt es beispielsweise auch auf Teneriffa, in Norwegen, China und den USA entsprechende Möglichkeiten.
Was bewegt denn nun die Kletterer dazu, sich Meter für Meter hoch zu hangeln, unter sich meist nichts als den gähnenden Abgrund?
Für die einen ist es einfach nur die Freude an der Bewegung, die anderen wiederum wollen ihre eigenen körperlichen Grenzen austesten und suchen nach einer Herausforderung.
Eines aber haben sie gemeinsam: Wer einmal vom „Kletter-Virus“ erfasst wurde, der kommt nicht mehr davon los.
Bildquelle: Hanspeter Bolliger / pixelio.de

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